Erfahrungsbericht von Tom Meier

Liebe Freunde,

Die Photos im Anhang sprechen Bände. Und immer wieder ist es beeindruckend, den Fortschritt zu beobachten, es fühlt sich wie im Zeitraffer an, Projekte, die sich noch vor 6 Monaten auf dem Reissbrett präsentierten, werden jetzt umgesetzt mit Mann und Maschine.

Speziell das Schulprojekt wirkt unglaublich ambitiös geradezu ehrfurchtserregend und doch bin ich überzeugt, dass das Team es hinkriegen wird. Wo heute mit schwerem Gerät die Nivellierung des Terrains vorbereitet wird, stehen im November die ersten Schulgebäude. Die Sägerei hat den ersten Prototypen erstellt, die Holzprofile wurden auf ihre Belastbarkeit getestet und die Statik wurde live überprüft. Die Schreinerei macht einen ausgezeichneten Eindruck. Die 3 jungen Volontäre setzen sich mit unglaublichen Engagement ein. Ausbilden und Produzieren, sprachliche Barrieren überwinden und den klimatischen Herausforderungen trotzen – es ist ein unglaubliches Pensum, welches die Drei mit ihrem lokalen Team stemmen.

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Doch auch in den anderen Bereichen, sehe ich grosse Fortschritte. Die Anlagen zur Produktion von Gemüsen und Salaten sind beeindrucken. Das Einfliessen von Forschung in die Fertigung zeigt die ersten Resultate. Als Beispiel sei das Züchten von mit leichten Bitterstoffen versetzten Salaten, die sich als unglaublich resistent gegenüber Schädlingen erweisen und nun vom Labor in den Offenanbau verlegt wurden. Die biologischen Produkte werden Käufer finden. Auch die Idee der vorbearbeiteten, gerüsteten, gewaschenen Karotten und Kartoffeln ist bestechend und dürfte gewinnversprechend sein. Vorausgesetzt, wir können auch die entsprechende Infrastruktur bereitstellen.

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Die Hühnerfarm ist eindrücklich gewachsen. Die Hühner gedeihen prächtig, die Konzepte zur Pflege der Hühner nach Abgabe an die Microfarms werden laufend überprüft und angepasst.Auch die Schweinemast präsentiert sich in einem exzellenten Zustand – und das Produkt auf dem Teller ist von erstklassiger Güte.

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Die Betriebe laufen auf Hochtouren und generieren bereits heute einen substantiellen ökonomischen Beitrag zur Entwicklung der näheren Umgebung. Die vielen Mopeds, die über Tag parkiert sind, zeugen von der heutigen Realität von Similing Gecko als attraktiver Arbeitgeber, der weit über den ursprünglichen Nukleus der Mikroagrarbetriebe eine Wirkung entfaltet hat.

Der Restaurantbetrieb hat nach Einbau der modernen Küchenanlage und der integrierten Kühlräume einen top Standard erreicht. Doch es ist nicht nur die Infrastruktur, auch das Team arbeitet mit grossem Einsatz, um den grossen qualitativen Ansprüchen und Herausforderungen gerecht zu werden. Annagret mit ihrer unglaublichen Erfahrung und Seniorität, verfeinert die Abläufe und erhöht die Ausbildungsstandards merklich.

Die 24h, die ich auf Smiling Gecko verbringen konnte, könnten wohl noch Seiten füllen, und das Geschriebene wird dem Erlebten nicht gerecht. Man muss es vor Ort erfahren, die schönen neuen Bungalows (AC gekühlt), der herrliche Swimmingpool, die Yoga-Shala, wo man sich auch massieren lassen kann …

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Das Wachsen der verschiedenen Cluster, das Vernetzen der Konzepte (Agrar – Gastro – Schule – industrielle Produktion), oder um es in die Worte von Hannes zu fassen, das soziale Kunstwerk wächst und wird zur Realität. Es ist ein wunderbares Labor, welches mit diesem integrierten Ansatz ein wegweisendes Konzept für die Entwicklung von Cambodia bereitstellt.

Wie können wir die Nachhaltigkeit sicherstellen? Annegret, die 3 Schreinermeister, die Unterstützung der Fachhochschule Luzern, zeigen, dass wir Schweizer Fachkräfte vor Ort brauchen, um die Qualität zu sichern und zu steigern, aber auch um die Weiterentwicklung/Innovation weiterzutreiben. Ein wirkungsvolles Zusammenspiel von Wissenschaft (Schweizer Know How) und örtlicher Kultur und Realität zwingt einen intensiven Austausch vor Ort mit nicht nur jungen sondern auch erfahrenen Fachkräften. Leute im Sabbatical, Früh- und regulär Pensionierte könnten in den einzelnen Fachbereichen bestimmt wirkungsvoll unterstützen. (…)

Ich habe diese Eindrücke ohne Anspruch auf Vollständigkeit niedergeschrieben und möchte an diese Stelle Hannes und seiner Crew für diesen unglaublichen Einsatz danken.

Tom

Thomas R. Meier

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