Spiel, Satz und Sieg

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Irgendwann macht es Klick – ein Sportclub nur für Mädchen

Die Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzi hat uns gelehrt, dass es nicht mehr als eines Stifts, eines Buchs und eine Lehrkraft bedarf, um eine ganze Welt zu verändern. In diesem Bericht möchten wir von unseren Sportlehrerinnen Alicia Soriya Oumsang und Makara Phay berichten. Ihr Stift ist ein Fussball, ihr Buch ein Volleyball.

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Die beiden sind seit Beginn des Schuljahres bei uns und haben sich seither unter anderem unglaublich um die Förderung und Unterstützung unserer Mädchen in der Schule verdient gemacht. Wir sind schwer begeistert und möchten euch das Projekt hier gerne vorstellen.

Aber fangen wir doch zunächst mit der Vorstellung der beiden an. Soriya ist eine Amerikanerin mit kambodschanischen Wurzeln, die seit 2023 in Kambodscha lebt. Zunächst war sie Englischlehrerin an einer öffentlichen Schule in der Provinz Kampong Cham. Jetzt ist sie also bei uns, um Sportunterricht zu geben. Unterstützt wird sie dabei von Makara, die im Volleyball verrückten Kambodscha zu den besten Spielerinnen des Landes gehört. Sie spielt im Nationalteam und durfte ihr Land bei den Asian Games 2023 auf dem Volleyballfeld vertreten. Hierzu sollten wir vielleicht noch hinzufügen, dass dieses Team das erste seit den 1970iger Jahren ist, das wieder an internationalen Wettbewerben teilnimmt. Makara ist also eine echte Pionierin. Und um Pionierarbeit geht es für die beiden auch bei uns auf dem Campus.

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Denn hier unterrichten die beiden nicht nur Sport, sondern haben auch eine Volleyball- und Fussballgruppe gegründet, die ausschliesslich von Schülerinnen besucht werden darf. Drei Mal in der Woche stehen die beiden mit den Kindern nach dem Unterricht am Nachmittag auf den Spielfeldern und trainieren mit ihnen. Mittlerweile ist die Gruppe auf über 50 Mädchen angewachsen, die jeweils an einem Training pro Woche teilnehmen dürfen.

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Auf die Idee für den Sportclub sind die beiden übrigens während des regulären Sportunterrichts gekommen. Als es auch hier ums Volleyball spielen ging und sich plötzlich alle Mädchen hingesetzt haben, um ihren männlichen Klassenkameraden das Spielfeld zu überlassen. Scheu und körperlich häufig unterlegen. Hinzu kam sicher, dass sich 12- bis 15jährige Mädchen natürlich auch in Kambodscha ungern eine Blösse vor den Jungs geben. An diesem Tag spielten also nur die Jungs, aber für Soriya und Makara war klar: Wir brauchen ein Angebot, das sich speziell an die Girls richtet. Gerade weil die Mädchen im Land einen so viel schwereren Stand als die Jungs haben und es für sie praktisch gar keine Möglichkeiten gibt, ihrem extrem anspruchsvollen Alltag ausserhalb der Schule zu entfliehen.

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Sport ist eine solche Möglichkeit und die Tatsache, dass das Volleyball- und Fussballtraining von zwei Frauen geleitet wird, verdoppelt den Effekt sogar. Das jedenfalls ist Soriyas Meinung, der wir uns gerne anschliessen. «Wir sind zwei Frauen, die so einen Club leiten. Die Mädchen sehen das und irgendwann macht es bei ihnen dann hoffentlich ‘Klick’ und sie verstehen, dass sie das auch können.» Die Entwicklung des weiblichen Selbstwertgefühls mag mit einem gelungenen Schmetterschlag oder erfolgreichen Block auf dem Volleyballfeld beginnen, aber im Zusammenspiel zwischen den Mädchen und ihren beiden Lehrerinnen entsteht so viel mehr.

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