- 01. September 2024
Smiling Gecko Campus
«Wir müssen bei den Kindern anfangen, um die Welt zu verändern.»
Gerade haben wir zum wiederholten Mal ein Team von aktuellen und ehemaligen Studierenden des Zentrums für Zahnmedizin der Uni Zürich zu Besuch auf dem Campus. In einem wahrhaften Marathon behandeln sie alle unsere Kinder. Zwischendurch haben sie sich aber zumindest drei Minuten Zeit genommen, und wir konnten sie zu ihren Eindrücken befragen.
Wenn man sich nur hier auf dem Campus bewegt, spürt man die Armut auf dem Land nicht. Wenn die Kinder morgens zu Schule kommen, tragen sie bereits eine Schuluniform. Von den Knien abwärts sieht man jedoch, welchen Verhältnissen sie wirklich entstammen. Die Beine sind zerstochen und von Narben übersät. Statt Schuhen tragen sie zumeist ärmliche Latschen.
Was die Zahnhygiene betrifft, fällt vor allem der drastische Unterschied zwischen den älteren und jüngeren Kindern auf. Zwischen denen, die wir bereits länger behandeln und denen, die neu dabei sind. Es zeigt sich: Das, was wir hier machen, also die Behandlungen, die Aufklärung und sicher auch die gute Ernährung trägt Früchte. Je länger wir die einzelnen Kinder bereits im Programm haben, desto weniger Arbeit haben wir. Viele dieser Kinder haben eine super Mundhygiene, wo wir gar nicht mehr viel machen müssen. Sie kommen zur Kontrolle und werden dann wieder zurückgeschickt.
Es ist unglaublich gewesen, als ich das erste Mal hier sein durfte. Ich hatte schon viel gehört, aber man kann es sich trotzdem nicht so richtig vorstellen. Man muss es einfach gesehen haben. Es ist sehr eindrücklich. Erstes, wie gut wir hier eingerichtet sind, im Sinne davon, was wir den Kindern alles bieten können. Aber gleichzeitig auch, was es für Unterschiede zur Schweiz gibt. Sei es bei den Behandlungsstandards, bei der Mundhygiene, oder wie der Zahnstatus der Kinder aussieht. Jetzt, beim zweiten Mal ist es wirklich schön zu sehen, welche Fortschritte wir gemacht haben. Was die Instruktionen angeht. Wie die Kinder ihre Zähne putzen. Wie die Schule sie unterstützt, also das sind wirklich Veränderungen. Wir sehen, wir können hier wirklich etwas erreichen.
Es ist halt etwas, was man sonst nirgendwo erleben könnte. Es ist nichts, was man sich kaufen kann. Nichts, was man sonst in den Ferien erleben würde. Es ist wirklich einmalig hier. Bei den Behandlungen erfahren wir, was es bedeutet, hier zu leben. Und das ist sehr schön.
Es ist schwer zu verstehen, was für ein allgemeiner Notstand hier herrscht. Das macht es aber eben auch so schön, hier zu sein. Wir können etwas zurückgeben von dem Wohlstand, den wir in der Schweiz haben. Wir können wirklich versuchen, etwas mit auf den Weg zu geben. Im Sinne davon, den Kindern etwas an die Hand zu geben, wie sie selbst für ihre Zähne schauen können. Prävention ist ein grosser Teil unserer Arbeit, der uns auch sehr wichtig ist, weil sie nachhaltig ist. Was wir nicht vergessen dürfen: Diese Kinder haben sehr viele Probleme und Baustellen, an denen man schaffen muss. Die Zähne sind nur ein kleiner Teil davon, aber Zahnschmerzen sind halt so etwas Schlimmes. Wenn wir die eliminieren können, haben die Kinder wieder so viel mehr Potenzial für andere Bereiche im Leben. Sie können zum Beispiel wieder ohne Schmerzen lernen. Das hilft natürlich ungemein.
Wir sehen sofort, ob Kinder bereits bei uns waren. Zum einen haben sie bessere Zähne, zum anderen haben sie weniger Angst als die, die wir zum ersten Mal behandeln. Aber selbst die ängstlichen Kinder öffnen bereitwillig ihren Mund und versuchen tapfer zu sein. Weil sie einfach froh sind, dass wir uns ihrer annehmen. Es gibt schon mal ein paar Tränen, aber wenn die Behandlung dann erst geschafft ist, kommt das Strahlen schnell zurück. Und sie sind so dankbar.
Die Kinder sind sehr unkompliziert und sehr herzlich. Und sie sind sehr tapfer. Die meisten machen super mit. Für sie ist es kein Thema, wenn wir auch mal fünf bis sechs Zähne auf ein Mal füllen müssen.
Ich schätze die Dankbarkeit der Kinder. Sie geben uns sehr viel zurück. Gleichzeitig erleben wir hier Dinge, die wir in der Schweiz nicht sehen. Die Tiefe es Karies zum Beispiel oder Wurzelreste. Das gibt es in der Schweiz wirklich nicht.