Smiling Gecko Educational Campus
Selbstgemachter Campus-Joghurt hilft gegen Kalziummangel

Auf unserem Campus hat sich Kalziummangel zu einem wachsenden Problem entwickelt. Das Team stellte fest, dass die Kinder vermehrt an Infektionen litten und sich häufiger als erwartet Knochenbrüche zuzogen. Als Resultat blieben die Kinder öfter der Schule fern. Gar nicht gut.
Wir konzentrierten uns auf die Ernährung als mögliche Ursache und analysierten die Schulmahlzeiten im Detail. Wir wogen alle Zutaten ab, berechneten die Portionen pro Kind und massen auch den Lebensmittelabfall. So wurde deutlich, was die Kinder tatsächlich essen.
Wir stellten fest, dass die Kalziumzufuhr nicht ausreichte, um eine gesunde Knochenentwicklung zu unterstützen. Die traditionelle kambodschanische Ernährung lieferte früher natürliche Kalziumquellen durch Lebensmittel wie Hühnerfüsse, kleine Fischgräten und fermentierte Produkte, doch diese werden heute seltener verzehrt.
Dafür gibt es stark verarbeitete Lebensmittel selbst in ländlichen Gebieten immer häufiger. Zwar werden diese Lebensmittel in unserer Schulkantine nie serviert, doch können wir leider nicht rund um die Uhr auf die Ernährung unserer Kinder achten.

Die Folge sind erheblich. Laut unserem Schularzt, Dr. Roel, beeinträchtigten häufige Darminfektionen die optimale Nährstoffaufnahme. Dies wirkt sich auf Wachstum, Lernfähigkeit und eben die Frequenz der Schulbesuch aus. Glücklicherweise haben Dr. Roel und seine Frau, Dr. Jantien, eine medizinische Forscherin, eine einfache, kostengünstige und umweltfreundliche Lösung eingeführt: selbstgemachten Joghurt.


Dank einer grosszügigen Anfangsspende erhalten unsere Kinder seit fünf Monaten an jedem Schultag selbstgemachten zuckerfreien Joghurt als zusätzliche Quelle für Kalzium und Nährstoffe.
Da Milchprodukte traditionell nicht zur kambodschanischen Ernährung gehören, sind sie vor Ort schwer zu beschaffen und teuer. Wir freuen uns daher besonders, dass wir den Joghurt selbst in unserer Schulküche herstellen können. Die hausgemachte Joghurt hat noch einen weiteren Vorteil. Durch die Herstellung auf dem Campus entfällt Plastikmüll. Wir verwenden keine Plastikjoghurtbecher und kaufen diese auch nicht. Die Verwendung von Milch aus lokaler Produktion reduziert den Transportaufwand. Dies begrenzt Abfall und trägt zu einer saubereren Schulumgebung bei.

Derzeit kostet diese Nahrungsergänzung etwa 25 US-Cent (ca. 0,2 CHF) pro Kind und Schultag. Ein geringer Betrag für eine deutliche Verbesserung der Gesundheit unserer Kinder, doch über ein ganzes Jahr und für alle unsere Schulkinder beläuft sich die Gesamtsumme dennoch auf über 35’000 US-Dollar.
Gute Gesundheit hat schliesslich auch in Kambodscha ihren Preis.